Technik-Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um Powerstations, Balkonspeicher und Solar – kurz und korrekt erklärt. Such gezielt oder lies dich quer.
- 800-W-Grenze / Solarpaket IBalkonkraftwerk / Recht
- Mit dem Solarpaket I (in Kraft seit Mai 2024) wurde die zulässige Wechselrichter-Einspeiseleistung von Balkonkraftwerken in Deutschland von 600 auf 800 Watt angehoben; die installierte Modulleistung darf bis zu 2.000 Wp betragen. Zusätzlich entfiel die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt aber Pflicht.
- 800-Watt-GrenzeRecht
- Seit dem Solarpaket I (2024) dürfen Balkonkraftwerke in Deutschland bis 800 W Wechselrichterleistung einspeisen; die Modulleistung darf höher sein.
- AC- vs. DC-KopplungBalkonspeicher
- Bei Balkonspeichern beschreibt sie, ob der Speicher auf der Wechselstrom- (AC) oder Gleichstromseite (DC) eingebunden wird. DC-Kopplung ist oft effizienter, AC-Kopplung flexibler nachrüstbar.
- AC-Kopplung vs. DC-KopplungSpeicher / Systemtopologie
- Bei der DC-Kopplung wird der Solarstrom direkt als Gleichstrom in den Speicher geführt und nur einmal in Wechselstrom gewandelt. Bei der AC-Kopplung wird der Strom mehrfach gewandelt (DC zu AC zu DC zu AC), was zusätzliche Verluste bedeutet. DC-gekoppelte Systeme sind dadurch meist etwas effizienter, AC-gekoppelte oft flexibler nachrüstbar.
- BifazialSolar
- Solarpanel, das auch auf der Rückseite Licht aufnimmt. Bei hellem Untergrund leicht höherer Ertrag, je nach Aufstellung unterschiedlich groß.
- Bifaziale ModuleSolar / Module
- Bifaziale (zweiseitige) Solarmodule erzeugen Strom nicht nur auf der Vorderseite, sondern nutzen über eine lichtdurchlässige Rückseite auch das von Boden, Wand oder Geländer reflektierte Licht. Dadurch liefern sie je nach Aufstellung und Untergrund einen Mehrertrag gegenüber klassischen einseitigen Modulen.
- BMS (Batteriemanagementsystem)Akku / Elektronik
- Das BMS ist die Schutz- und Steuerelektronik eines Akkus. Es überwacht Spannung, Strom und Temperatur jeder Zelle, gleicht die Zellen aus (Balancing) und schaltet bei Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss oder Überhitzung ab. Es ist entscheidend für Sicherheit und Lebensdauer des Speichers.
- EigenverbrauchsquoteBalkonspeicher
- Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du direkt nutzt statt ihn einzuspeisen. Ein Speicher hebt sie von typisch 30 % auf 60–90 %.
- Entladetiefe (DoD)Akku / Nutzung
- Die Entladetiefe (Depth of Discharge) gibt an, wie viel Prozent der Kapazität entnommen werden, bevor wieder geladen wird. Eine geringere Entladetiefe (z. B. nur bis 80 Prozent statt 100 Prozent) schont die Zellen und erhöht die erreichbare Zyklenzahl spürbar.
- IP-SchutzartTechnik
- Kennzeichnet den Schutz gegen Staub und Wasser, z.B. IP65 (staubdicht, strahlwassergeschützt). Wichtig für Solarpanels und Außenspeicher.
- LadezyklenAkku / Lebensdauer
- Ein Ladezyklus entspricht einer vollständigen Lade- bzw. Entlademenge in Höhe der Akkukapazität (auch über mehrere Teilladungen summiert). Die Zyklenzahl ist ein Maß für die Lebensdauer: LiFePO4-Speicher schaffen meist 3.000 bis 6.000 Zyklen, oft bis zu einer Restkapazität von 80 Prozent definiert, was vielen Jahren Nutzung entspricht.
- LadezyklusAkku
- Eine vollständige Auf- und Entladung. Die angegebene Zyklenzahl bezieht sich meist auf den Punkt, an dem noch etwa 80 % der Anfangskapazität verfügbar sind.
- LiFePO4 (LFP)Akku
- Lithium-Eisenphosphat-Akku. Sehr langlebig (oft 3000–6000 Ladezyklen), thermisch stabil und sicher – der heutige Standard bei Qualitätsgeräten.
- Marktstammdatenregister (MaStR)Balkonkraftwerk / Recht
- Das Marktstammdatenregister ist das amtliche Online-Register der Bundesnetzagentur für Strom- und Gaserzeugungsanlagen. Auch Balkonkraftwerke müssen dort eingetragen werden; seit dem Solarpaket I ist die Anmeldung stark vereinfacht und die separate Meldung beim Netzbetreiber entfällt.
- MPPTSolar
- Maximum Power Point Tracking – Solar-Laderegler, der den optimalen Arbeitspunkt des Panels sucht und so den Ertrag maximiert. Mehrere MPPTs erlauben getrennte Modulstränge.
- MPPT (Maximum Power Point Tracking)Solar / Laderegler
- MPPT bezeichnet einen intelligenten Solar-Laderegler, der laufend den optimalen Arbeitspunkt (höchsten Leistungspunkt) des Solarmoduls sucht und ansteuert. Durch das Anpassen von Spannung und Strom holt er gerade bei schwacher Einstrahlung mehr Ertrag heraus als einfache PWM-Regler, mit Wandlungswirkungsgraden von typisch rund 95 bis 99 Prozent.
- NulleinspeisungBalkonkraftwerk / Recht & Betrieb
- Nulleinspeisung (Zero Export) bedeutet, dass eine PV-Anlage ihren Strom ausschließlich im eigenen Haushalt verbraucht und nichts ins öffentliche Netz zurückspeist. Über Messung und Steuerung (oft mit Speicher) wird die Einspeisung auf null geregelt, um den Eigenverbrauch zu maximieren, da eine Vergütung beim Balkonkraftwerk in der Regel ohnehin nicht erfolgt.
- Pass-Through / DurchschleifenPowerstation / Funktion
- Pass-Through bezeichnet die Fähigkeit einer Powerstation, gleichzeitig geladen zu werden und angeschlossene Geräte zu versorgen. Der Strom wird dabei weitgehend am Akku vorbei direkt zum Verbraucher geleitet. Diese Funktion ist die Grundlage für den Einsatz als USV/Notstromquelle, sollte zur Schonung des Akkus aber nicht zum Dauerbetrieb missbraucht werden.
- Reiner Sinus-WechselrichterTechnik
- Erzeugt sauberen Wechselstrom wie aus der Steckdose. Wichtig für empfindliche Elektronik und Motoren; alle empfehlenswerten Stationen besitzen ihn.
- Sinus-Wechselrichter (reiner Sinus)Wechselrichter
- Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) des Akkus in den 230-V-Wechselstrom (AC) der Steckdose um. Ein reiner Sinus-Wechselrichter erzeugt eine saubere, netzähnliche Sinuskurve und ist für empfindliche Elektronik wie Laptops, Medizingeräte oder Geräte mit Motoren geeignet. Modifizierte Sinus-Geräte bilden die Kurve nur grob als Treppe nach und können empfindliche Geräte stören.
- Spitzen-/AnlaufleistungTechnik
- Kurzzeitig abrufbare Leistung über der Dauerleistung. Nötig, weil Motoren (Kühlschrank, Pumpe) beim Anlaufen ein Vielfaches ihrer Nennleistung ziehen.
- TiefentladungAkku / Schutz
- Tiefentladung bezeichnet das Entladen eines Akkus unter seine sichere Mindestspannung. Dauerhafte Tiefentladung schädigt die Zellen und kann Garantieansprüche kosten. Das Batteriemanagementsystem (BMS) schützt davor, indem es die Entladung rechtzeitig abschaltet; LiFePO4 verträgt hohe Entladetiefen dennoch besser als andere Chemien.
- USV / EPS (Notstrom-Funktion)Powerstation / Notstrom
- USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und EPS (Emergency Power Supply / Ersatzstrom) bezeichnen Funktionen, die bei Netzausfall die Versorgung übernehmen. Echte USV schaltet sehr schnell um (unter 10 ms, online sogar verzögerungsfrei), während EPS-/Pass-Through-Funktionen vieler Powerstations typisch im Bereich von etwa 10 bis 100 ms umschalten und damit nicht für jeden empfindlichen Verbraucher lückenlos sind.
- Watt (W)Grundlagen
- Einheit der Leistung. Bei Powerstations ist die Dauerleistung entscheidend: Sie bestimmt, welche Geräte gleichzeitig betrieben werden können.
- Wattstunde (Wh)Grundlagen
- Einheit für gespeicherte Energie. Sie gibt an, wie lange eine bestimmte Leistung verfügbar ist – z.B. liefert eine 1000-Wh-Station theoretisch 100 W für 10 Stunden.
- Wattzahl / Leistung (W)Grundbegriffe / Leistung
- Das Watt ist die Einheit der elektrischen Leistung, also wie viel Energie ein Gerät pro Zeit zieht oder liefert. Bei Powerstations gibt die Dauerleistung an, wie starke Verbraucher gleichzeitig betrieben werden können; eine kurzzeitige Spitzenleistung liegt meist höher, um Anlaufströme von Motoren abzufangen.
- WirkungsgradGrundbegriffe / Effizienz
- Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der zugeführten Energie tatsächlich nutzbar herauskommt; der Rest geht als Verlustwärme verloren. Bei Powerstations entstehen Verluste vor allem beim Laden, im Wechselrichter und durch den Eigenverbrauch der Elektronik, weshalb nie 100 Prozent der angegebenen Wh-Kapazität an der Steckdose ankommen.
- X-Boost / Power LiftingPowerstation / Funktion
- X-Boost (EcoFlow) bzw. Power Lifting (Anker) ist eine Funktion, mit der Powerstations Geräte betreiben können, deren Leistungsbedarf über der eigentlichen AC-Nennleistung liegt. Dazu senkt die Station die Ausgangsspannung leicht ab. Sie eignet sich vor allem für ohmsche Verbraucher wie Heizgeräte, nicht jedoch für spannungsempfindliche Präzisionsgeräte.
Kein Begriff gefunden.
Begriffe in Aktion: Produkt-Finder · Kaufberater · Häufige Fragen